Der aktuelle Gemeindebrief August bis November 2010

Liebe Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinden in Binz, Zirkow und Lancken-Granitz! Liebe Gäste!

Ein kleines Mädchen kam zur Taufe. Sie stand mit ihrer Mutter und den beiden Patinnen am Taufbecken. Als die drei Hände voller Wasser über ihren Kopf fließen sollten, kniff sie die Augen zu und sagte: Aber nicht mit Shampoo bitte!
Alle mussten natürlich lachen. Aber man hätte die Bemerkung auch ganz ernsthaft auffassen können. Zur Taufe gehört selbstverständlich kein Shampoo. Aber Christen haben die Taufe immer auch als Reinigung verstanden. Taufe ist die Bereinigung des bisherigen Lebens. In der Taufe werden Menschen mit Wasser und Gottes gutem Geist „erfrischt“ zu einem neuen Leben. Im Epheserbrief (Eph. 4,24) heißt es: Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Lebenswandel. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. In manchen Familien gibt es ein Taufkleid, das von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird. Eigentlich dürfte das Taufkind noch nicht in diesem Kleid zum Taufgottesdienst kommen, sondern das Taufkleid dürfte erst unmittelbar nach der Taufe angezogen werden, denn es symbolisiert das „Anziehen des neuen Menschen“.
In der Orthodoxen Kirche ist dieser Ritus augenfälliger. Da wird das Kind ganz ausgezogen, gesegnet und mit Öl gesalbt und dann dreimal ganz im Taufwasser untergetaucht. Das Geschrei können Sie sich vorstellen! Aber dann wird ein neues Kleid – ein neuer Mensch angezogen. Und ein Kind mit einem neuen Kleid, stolz wie ein Prinz, wie eine Prinzessin, können Sie sich auch vorstellen. Taufe heißt Eintauchen. Aber nicht nur ins Wasser werden wir eingetaucht.
Den Taufbefehl Jesu an seine Jünger im Matthäusevangelium (Mt. 28,19) kann man auch übersetzen mit: Gehet hin und machet zu Jüngern aller Völker: Taufet sie in den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Wir werden eingetaucht in den Namen des dreieinigen Gottes. Gott ist wie ein Raum, ein schützender Lebensraum.
Aber wir werden auch eingetaucht in eine lange Tradition.
In der St. Andreas-Kirche zu Lancken-Granitz, die seit dem 1. Januar 2010 zum Pfarramt Binz gehört, gibt es eine schöne Taufschale mit der Inschrift:
Christian Coldewitz hat dieses Becken Gott zu Ehren und der Kirchen zum Besten
verehret * 1684

Wie viele Menschen an diesem Taufbecken die Taufe empfangen haben, wissen wir nicht.
Aber es ist ein wundervoller Gedanke zu wissen, in diese lange Tradition hineingetauft zu sein.
Von Generation zu Generation ist die Hoffnung weitergegeben worden, dass Gott schützender
Lebensraum ist. Von Generation zu Generation ist weitererzählt worden, wo Gott Kraftquelle war und wie Menschen sich von Gott gestärkt gefühlt haben. Von Generation zu Generation ist weitergesagt worden, dass Gott auch der Ort ist, zu dem wir Menschen unsere Klagen und Sorgen bringen können.
Aber in diese lange Tradition hineingetauft zu sein, ist auch eine große Aufgabe. Menschen, die um diese Tradition wissen und eigene Erfahrungen im Vertrauen auf Gott gemacht haben, haben die Aufgabe, davon zu erzählen. Diese Erzähltradition hat einen Abbruch erlitten durch die vergangenen Jahrzehnte hindurch. Manche Eltern haben sich nicht getraut, ihre Kinder zur Taufe zu bringen. Andere haben nicht davon gesprochen, weil sie dachten, es wolle niemand hören. Aber es ist wichtig davon zu erzählen, damit Menschen heute immer wieder die Erfahrung machen können, die in der Lancken-Granitzer Taufschale dargestellt ist:
Da ist zu sehen, dass Johannes der Täufer Jesus im Jordanfluß tauft. Ein schöner Sternenhimmel öffnet sich. Eine Taube kommt herab und erfüllt Jesus mit der Kraft des Heiligen Geistes. Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen. Und dieses sagt Gott in der Taufe zu jeder und jedem von uns: Du bist mein lieber Sohn. Du bist meine geliebte Tochter. An dir habe ich Wohlgefallen.
Gott lasse uns eintauchen in seinen schützenden Lebensraum und schenke es uns, ein neuer
Mensch zu werden.

Für alle Kinder und Jugendlichen

„Gott, du hältst deine Hand über mir“ – Unter diesem Thema wollen wir am Sonntag,
dem 22. 8., um 9.30 Uhr Gottesdienst zum Schuljahresanfang feiern.
Besonders herzlich willkommen sind alle Kinder, die in die Schule kommen, und alle,
die mit einem neuen Schuljahr beginnen, aber auch alle kleineren Kinder. In diesem
Gottesdienst wird ein Kind durch die Taufe in die Gemeinde aufgenommen.

Für die Schulkinder der 1. bis 4. Klasse beginnt am Dienstag, dem 7. 9., die Christenlehre
wieder und findet dann immer dienstags im Pfarrhaus Binz um 15.00 Uhr statt.

Die Schulkinder der 5. und 6. Klasse sind herzlich willkommen zum Power-Kids-
Projekt
zusammen mit den Mönchgutern. Es gibt noch extra Einladungen mit den Terminen.

Der Konfirmandenunterricht findet auch wieder mit dem Mönchgut gemeinsam statt, auch da mit einer gesonderten Einladung.

Alle Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, sind zusammen mit ihren Müttern
und/oder Vätern eingeladen zum „Miniclub“ eingeladen am Freitag, dem 24. 9., dem
8. 10., dem 29. 10. und dem 19. 11. jeweils ab 16.00 Uhr.

Martinsfest feiern wir am Dienstag, dem 9. 11. Um 17.00 Uhr werden die katechetischen
Mitarbeiter von Rügen ein Spiel in unserer Evangelischen Kirche aufführen.
Dann sind wir von der Kurverwaltung ins Haus des Gastes eingeladen, um Martinshörnchen
miteinander zu teilen. Dorthin werden wir mit Laternen (bitte mitbringen)
ziehen. Ein Pferd mit Martinsreiter wird uns vorangehen.


Wir laden ein in die St Andreas-Kirche Lancken-Granitz

am Mittwoch, dem 11. 8., um 20 Uhr zum Konzert mit der Kammerphilharomie Köln
am Mittwoch, dem 18. 8., um 20 Uhr zum Orgelkonzert mit Gerhard Kauffeld, Greifswald
und am Mittoch, 1. 9., um 20 Uhr zum Vortrag „Rügen in Bildern“ mit Pfarrer i. R. Christoph Rosenow